Biografie
„Weniger ist mehr“. Mit diesen Leitgedanken und seiner minimalistischen Bauweise wurde Ludwig Mies van der Rohe zu einem der bedeutendsten Architekten der Moderne. Geboren im Jahr 1886 als Ludwig Mies in Aachen, wuchs er in bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater war Steinmetz, und so kam Mies früh in den Kontakt mit handwerklichen und architektonischen Techniken. Nach einer Ausbildung als Maurer begann seine Karriere bei verschiedenen Aachener Architekten, bei denen er mit seinem zeichnerischen Talent überzeugen konnte.
Im Jahr 1905 ging Mies nach Berlin, wo er in der Werkstatt Bruno Paul das erste Mal als Möbelzeichner arbeitete. Es war eine entscheidende Phase, in der er sich vom traditionellen Architekturstil hin zur modernen Architektur leiten ließ. Zu seinen ersten eigenständigen Projekten gehörte die Gestaltung des Einfamilienhauses ‚Haus Riehl’, dass im Jahr 1907 in Babelsberg erbaut wurde. Im Jahr 1908 machte Mies dann einen entscheidenden Schritt in seiner frühen Karriere und begann die Zusammenarbeit mit dem renommierten Architekten Peter Behrens. Bis 1911 mache er sich mit den Prinzipien des Industriedesigns, der Massenproduktion und den Einsatz moderner Materialien wie Stahl und Glas vertraut. Während seiner Zeit bei Behrens lernte er auch andere junge Architekten kennen, darunter Walter Gropius und Le Corbusier, die ebenfalls das 20. Jahrhundert prägen sollten.
In den frühen 1920er Jahren nahm Mies, der mittlerweile seinen Nachnamen zu van der Rohe erweiterte, zunehmend am avantgardistischen Architekturdiskurs in Berlin teil und entwarf verschiedene Projekte für Bürogebäude, Landhäuser und Wolkenkratzer. Ein nie realisiertes Projekt war der Entwurf für ein Hochaus an der Friedrichstraße. Dieser sah ein schlankes, vollständig verglastes Hochhaus vor, dass von einer Stahlstruktur getragen wurde. Der Entwurf gilt heutzutage als visionär und markiert den Übergang zu einer neuen Architektursprache. Im Jahr 1922 schloss er sich dann der sog. ‚Novembergruppe‘ an, einer Künstlervereinigung, die sich nach dem Ersten Weltkrieg für eine radikale Erneuerung der Kunst und Architektur einsetzte. Bis 1925 organisierte er die Architekturbeiträge dieser Gruppe in der jährlichen Großen Berliner Kunstausstellung.
Nach der Errichtung von ‚Haus Wolf' im Jahr 1926 wurde van der Rohe von der Stadt Stuttgart eingeladen, die Werkbundausstellung ‚Die Wohnung‘ zu organisieren. Es war eine Ausstellung von Häusern, die von den führenden modernen Architekten jener Zeit entworfen wurden. Van der Rohe selbst entwarf dort einen Wohnblock, der seine minimalistischen Prinzipien und seinen Einsatz von Stahlbeton demonstrierten. Der Erfolg der Stuttgarter Werkbundausstellung ermöglichte ihm im Jahr 1929 die Leitung des Deutschen Pavillon in Barcelona, für diesen er zusammen mit der Designern Lilly Reich u. a. den ‚Barcelona-Sessel‘ realisierte. Im Jahr 1930 wurde van der Rohe Direktor des Bauhauses in Dessau und Berlin. Bis 1933 versuchte er die Schule in schwierigen politischen Zeiten zu leiten, bevor sie von den Nationalsozialisten geschlossen wurde.
Im Jahr 1938 emigrierte er in die USA und eröffnete ein eigenes Architektenbüro in Chicago. Er wurde Leiter der Architekturabteilung des ‚Illinois Institute of Technology’ und entwarf dessen Campus. In der Zeit in den USA entwickelte er seine Idee der offenen, flexiblen Räume weiter. Eines seiner bekanntesten Wohnprojekte in den USA ist das ‚Farnsworth House‘, ein minimalistisches Landhaus am Foy River. Es ist ein herausragendes Beispiel für van der Rohes Konzept des fließenden Raums und gilt als Inbegriff der „Weniger ist mehr“ Philosophie. Seine klaren und funktionalen Entwürfe prägten jeher das Erscheinungsbild vieler amerikanischer Städte in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Auch das ‚Seagram Building‘ in New York City und die ‚Lake Shore Drive Apartments’ gelten als seine ikonischsten Projekte.
Van der Rohe arbeitete bis ins hohe Alter weiter und blieb auch in den späten 1960er Jahren produktiv. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldmedaille des American Institute of Architects im Jahre 1963. Seine Überzeugung, dass die Architektur sich auf das Wesentliche beschränken und die Integrität der Materialien betonen sollte, beeinflusst bis heute Generationen von Architekten.
Objekte von Ludwig Mies van der Rohe
-
Verkauft
-
Verkauft
-
Verkauft
-
Verkauft
-
Ludwig Mies van der Rohe Knoll International
Beistelltisch / Sofatisch Modell Barcelona
Schätzpreis: 500 € - 1.000 €
Unverkauftes Objekt
-
Verkauft
-
Verkauft
Ludwig Mies van der Rohe Knoll International
Lounge Sessel Modell Barcelona + Ottomane
Zuschlag: 2.600 €
-
Verkauft