Biografie
Tom Dixon ist einer der einflussreichsten zeitgenössischen Designer und bekannt für seinen experimentellen, forschenden Ansatz, der innovative Ideen, Handwerkskunst und industrielle Materialien miteinander verbindet. Seine Arbeiten stehen exemplarisch für eine Designhaltung, die seit den 1980er Jahren die Grenzen zwischen Do-it-yourself-Ästhetik, postindustriellem Design und britischer Gegenkultur zur Schau trägt.
Aufgewachsen im Vereinigten Königreich, strebte er zunächst eine musikalische Karriere als Bassist in der Band Funkapolitan an, bevor er sich jedoch nach einem Motorradunfall dem Design zuzuwenden. Autodidaktisch entwickelte er eine Praxis des experimentellen Schweißens und der Metallbearbeitung, die stark von der Improvisationskultur des Punk sowie von der Ästhetik des Recyclings geprägt war.
In den 1980er Jahren begann er in seinem Londoner Studio, Stühle aus Material-Fundstücken zusammenzubauen. Über Carla Sozzani, die Chefredakteurin der Italienischen Vogue, lernte Dixon Giulio Cappelini kennen, der das Potential der skulpturalen Möbelobjekte für eine Produktion in Serie erkannte, „jedoch ohne dabei „die poetische Aura dieser Objekte zu zerstören.“
Der internationale Durchbruch gelang Dixon 1991 mit dem von Cappellini produzierten S-Chair, einem Wahrzeichen des zeitgenössischen Designs, das heute in den ständigen Sammlungen bedeutender internationaler Museen zu finden ist, von der Mailänder Triennale bis zum MoMA in New York. Ebenso ikonisch ist der ‚Pylon‘ Chair’, produziert von Cappelini ab 1992,, der bei Quittenbaum bereits mehrmals - oft als Bestandteil bedeutender privater Designsammlungen - zu Versteigerung gekommen ist.
Dixon arbeitete für die bekanntesten Möbelfirmen und Luxusbrands wie Driade, Moroso, Veuve Cliquot und auch für Modelabels wie Jean Paul Gaultier, Ralph Lauren und viele mehr. 1998 wurde er zum Kreativdirektor der Kette Habitat ernannt.
Im Jahr 2002 gründete er seine eigene Marke Tom Dixon, wobei er seine materialbasierten Forschungen und Experimente weiterführte: Zu seinen bekanntesten Leuchten-Kreationen zählen die ‚Copper Shade‘, ‚Beat‘ und ‚Melt‘. In kleiner Serie entstand beispielsweise die ‚Flame Cut Serie‘, 2008, eine Möbelserie, die wie bei der Herstellung von U-Booten, aus Stahl geschnitten wird und somit eine jahrhundertelange Lebenbsdauer garantieren.