Biografie
Laura Diaz de Santillana (bekannt einfach als Laura de Santillana) gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen im Bereich des zeitgenössischen Kunstglases. Als Nachfahrin einer der bedeutendsten Familien der Herstellung von Kunstgläsern in Venedig, verband sie auf einzigartige Weise die berühmte handwerkliche Tradition des Murano-Glases mit einer modernen und experimentellen Ästhetik.
Die in Venedig geborene Laura ist die Enkelin von Paolo Venini, dem Gründer des Unternehmens, welches das Muranoglas im 20. Jahrhundert revolutionierte und weltweit gefragt machte. Aufgewachsen in einem Umfeld, das von Kunst und Handwerkskunst geprägt war, entwickelte die Künstlerin schon in jungen Jahren eine Leidenschaft für Design und Glasherstellung.
Nach ihrem Studium in New York, wo sie die School of Visual Arts besuchte und mit bedeutenden Künstlern wie Massimo Vignelli zusammenarbeitete, begann Laura de Santillana, ihre künstlerische Identität zu entwickeln. In den 1980er Jahren arbeitete sie mit Venini zusammen und trug zur Entstehung einiger der bekanntesten Werke des Unternehmens bei - so die Jahreszeiten-Teller oder die Vase ‚Klee‘.
Daneben verspürte sie jedoch das Bedürfnis, eine persönlichere und unabhängigere künstlerische Vision im Medium Glas um Ausdruck zu bringen. Santillana schuf Glasskulpturen, die teilweise an Werke von Mark Rothko erinnern. Mittels klarer Formgebung, einer gekonnten Farbgebung sowie einer haptischen Qualität des Glases gelingt es, beim Betrachter tiefe Emotionen zu wecken. Ihre skulpturalen Werke wurden in zahlreichen internationalen Galerien und Museen ausgestellt, vom Centre Pompidou in Paris bis zum Glasmuseum von Murano.
Auf Auktionen erzielen Werke wie die Schale „Magic Colors“ (1980), der Zierteller „Estate“ (1976, Entwurf) und das Vasenobjekt „Bodhi“ (ca. 2006) bei Quittenbaum durchweg bemerkenswerte Ergebnisse.