Los: 13

Süddeutschland. 16./17. Jh.
Skulptur, Christus auf dem Palmesel

Holz, vollrund geschnitzt. Ältere polychrome Fassung stark übergangen. Christus mit langem, gelocktem Haar und zweispitzigem Spitzbart reitet auf dem Rücken eines Esels, der auf einem rechteckigen Podest steht. Die rechte Hand segnend erhoben, in der linken ein Reichsapfel. Er ist gekleidet in eine lange Tunika, auf dem Kopf sitzt eine Messingkrone mit farbigem Glassteinbesatz. Alters- und Fassungsschäden, Restaurierungen. Sockelplatte nachträglich mit Leisten eingefasst. 63 x 50 x 22,5 cm


Der Palmesel wurde in Süddeutschland seit dem 10. Jahrhundert bei der alljährlichen Palmprozession am Sonntag vor Ostern zum Gedächtnis an den Einzug Christi in Jerusalem mitgeführt. Schnitzwerke dieser Art wurden auf einem Wägelchen um die Kirche und durch die Stadt gezogen. Die älteste Nachricht einer solchen Prozession
mit einem 'Bildnis des Herrn auf einem Esel' findet sich in der Vita des hl. Ulrich von Augsburg (982/992). Die weitaus größere Zahl erhaltener Palmeselskulpturen stammt aber aus dem 15. und 16. Jh. Der Kopftyp der vorliegenden Christusfigur mit den leicht vorquellenden Augen, den weich modellierten Gesichtszügen und dem zweizipfeligen Bart nimmt einen in der böhmischen Plastik geprägten Typus auf.


Provenienz: Sammlung Oetker Krefeld.

Limitpreis: 800 €

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14. November 2026 um 11:00 MEZ